22.03.2011 |
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Ich wollte eigentlich heute Abend nicht allein hier in der Friedenskirche sein. Bin ich aber. Die Statue zeichnet sich wunderbar gegen den dämmerigen Himmel ab und als ich genau vor ihr stehe und mit dem Meistersymbol mein Ritual beginne, schlägt die Glocke durchdringend und laut einen einzigen Schlag. Ich schrecke zusammen und frage mich, warum die immer so dramatisieren müssen, da oben!? Keine Antwort - wozu auch? :-) Was ich heute wissen will ist, ob das was ich da fühle eine echte Verbindung ist, eine karmische Verabrednung oder nur ein Wunsch/eine Illusion meines Verstandes? Hab ich mich irre führen lassen? Darf ich meinem Gefühl glauben schenken? Aber wie soll ich an die Information rankommen, wenn ich mich gar nicht recht selber wahrnehmen kann in meiner Verwirrung und mit den körperlichen Schmerzen in der Magengrube? Was behindert mich gerade? Keine Ahnung (da ist nicht nur irgendwas blockiert sondern bockig?) Ich horche nochmal liebevoller in mich hinein. Was blockiert mich? Wo ist meine Kraft? Vor ein paar Tagen noch habe ich mit meiner Energie Andockstellen in Potsdam verteilt, damit etwas vom Überschuss unserer Region nach Japan fließen kann, damit sich die Energien besser ausgleichen können und sich alles zum Guten wenden kann. Als ich das tat wusste ich, ich will jemanden finden. Nein ich _werde_ jemanden finden, der die gleiche gewaltige Energie in sich trägt, Andockstellen zu installieren, die Welt zu verändern. Alles aus den Angeln zu heben, was Veränderung benötigt...
Diesmal bekomme ich Antwort von innen: Die Traurigkeit sitzt fest. Ich kann nicht weinen.
Was kommt darunter zum Vorschein frage ich mich? Ist sie da, meine Kraft?
Jetzt wo Trauer und Wut aus mir rausfließen können: Was ist darunter? Ist da meine Kraft?
Aber darunter ist auch noch nicht meine Kraft, sondern die Liebe. Das finde ich interessant, dass sie versteckt ist unter Trauer, Wut und Dankbarkeit! Sie ist allumfassend - wenn ich sie aussende ist es eher als würde sich meine Aura vergrößern - es ist kein Strahl der nach oben führt - sie dehnt sich um mich herum aus. Und jetzt. Jetzt kann ich meine Kraft wieder spüren. Sie ist geschwächt - aber nicht mehr vergraben! Freude. Eine kleine zaghafte... Tja und nun? Ich brauche jetzt dennoch irgendwie einen Schlüssel für mein Problem ... Loslassen. Als erstes muss ich loslassen! Man kann Probleme nicht lösen, in dem man sich an sie klammert. Mein Date - das hat mich unerwartet so sehr aufgewühlt. Einerseits versuche ich, gelassen zu bleiben, nicht zu viel zu wollen, andererseits spüre ich so viel Anziehung. Ich entschuldige mich innerlich dafür, dass ich mich so sehr auf den Abend fixiert hatte, dass ich mich daran so festgehalten habe und bitte ihn, wieder frei zu sein. Löse dich von mir. Geh ruhig deinen Weg und ich gehe meinen. Ich wollte Dich zu nichts zwingen, dich nicht beengen. Es tut mir ehrlich leid und das loslassen tut weh. Tränen kullern. Trotzdem ich bleibe dabei. Lösen will ich es, damit alles frei sein kann. Sanft versuche ich, alles von mir abzustreifen, uns beiden alle Freiheit zu geben für einen freien Geist und es wird ein bisschen leichter an meinem Körper, als würde ich meine Kleidung ablegen. Nur am Herz ist ein grünes Band. Es abzunehmen funktioniert nicht. Wegstreichen geht auch nicht. Es ist flexibel, stabil, bleibt einfach an meinem Herzchakra. Also ziehe ich sanft daran. Ich ziehe und ziehe es aus mir
heraus, aber es nimmt gar kein Ende wird einfach nur länger und länger. Wenn es ein Kabel wäre, würde da vor mir schon meterhohes Kabelgewirr liegen.
Loslassen bedeutet ja nicht fallen lassen oder achtlos wegwerfen, sondern nur, allen Dingen und sich selbst die Freiheit und den Raum zur gesunden Entwicklung zu geben. Wenn es nun doch wahr ist, dass die Verbindung, die ich gespürt habe so sichtbar, so klar, so echt ist und wir im Hier und Jetzt dennoch nicht zusammen finden können - na dann ist das Fügung, dann muss das so sein. Dann gehört auch das zu unserer Verabredung. Dann will ich es akzeptieren. Jetzt wo ich wieder weinen kann ist das ja einfacher als vorhin, als der Kummer steckengeblieben war. Na ganz toll. Mit Schlappohren streichle ich mein Herz, betone noch einmal, dass ich ich das mit dem Loslassen auch so meine. Jeder ist frei, Herr seiner selbst. Dann bedanke ich mich beim Friedefürsten und dem großen Geist und wende mich zum Gehen. Inzwischen ist es dunkel geworden. Der Nachthimmel hat ein tiefes Blau angenommen und das gelbe Licht aus dem Kreuzgang gibt der Statue eine goldene Aura. Ich erschrecke heftig, als bei meinem letzten inneren Abschieds- und Dankes-Wort wieder die Glocke erklingt. Ja ja. Ihr und eure Dramatik! |